Albanien

PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – DER WEG VOM ILLEGALEN ZUM LEGALEN EINKOMMEN

Albanien gilt als ein Hotspot des illegalen Cannabisanbaus in Europa. Dieser ist in den letzten Jahren zurückgegangen, bleibt aber weiterhin ein Problem. Besonders betroffen sind abgelegene Regionen: Kleinbäuerinnen und -bauern, denen es an wirtschaftlichen Möglichkeiten und dem Zugang zu Märkten mangelt, sind eher geneigt, sich an illegalen Geschäften zu beteiligen. Auf der Suche nach einem besseren Einkommen hoffen sie, dass der Anbau sie aus der Armut befreit. Um die Ursachen dessen zu bekämpfen, führt die GPDPD gemeinsam mit der albanischen Regierung einen umfassenden Ansatz zur Drogenpolitik und Entwicklungsförderung ein.

 

Regierungsbeamte werden durch die Maßnahmen der GPDPD dabei unterstützt, Drogenpolitik und -gesetze mit Menschenrechten und Entwicklungszielen in Einklang zu bringen. Dieser fordert nicht nur einen multidisziplinären Ansatz, sondern auch Synergien zwischen verschiedenen Akteuren im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Die GPDPD kooperiert daher in Albanien mit anderen GIZ-Projekten, die im Bereich ländliche Entwicklung und organisierte Kriminalität aktiv sind. Dazu gehören die Projekte zur nachhaltigen ländlichen Entwicklung in Albanien und das Global Program on Combatting Illicit Financial Flows (GPIFF).

 

In Regionen, die vom illegalen Drogenanbau betroffen oder dafür prädestiniert sind, führt die GPDPD Projektmaßnahmen im Bereich der Alternativen Entwicklung durch. Gemeinsam mit seinen Regierungspartnern im Land hat das Projekt drei Hauptrisikogebiete für den Cannabisanbau in Shkodra, Dibra und Selenica identifiziert.

 

Um das legale Einkommen der Landwirte zu erhöhen, werden sie in diesen Gebieten dabei unterstützt, die vorhandenen natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und faire Marktpreise für ihre Produkte zu erzielen. Sie erlernen landwirtschaftliche Techniken, Methoden und Praktiken, die ihnen dabei helfen, den Wald zu schützen und die Qualität der Produkte zu verbessern. Auch die Steigerung der Wertschöpfung vor Ort ist ein wichtiger Faktor, um die Einnahmen zu erhöhen. Auf diese Weise können die Kleinbäuerinnen und -bauern, nicht nur legal, aber auch profitabler wirtschaften - und die Abhängigkeit von der illegalen Wirtschaft durchbrechen.

Bücher statt Drogen – mobile Bibliotheken

 

In Albanien hat der Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die Korruption hohe Priorität. Daher hat die albanische Regierung ihren Rechtsrahmen geändert und die Beschlagnahme krimineller Vermögenswerte und die anschließende soziale Wiederverwendung ermöglicht.

 

Die GPDPD und das GPIFF unterstützen diese in Europa bewährte Praxis in Zusammenarbeit mit zwei Gemeinden des Landes: Beschlagnahmte Autos, die zuvor kriminellen Akteuren gehörten, werden zu mobilen Bibliotheken umgebaut und fahren in abgelegenen Regionen, wo die Kinder sich die Bücher ausleihen können.

 

Die soziale Weiterverwendung birgt viele Chancen – sie hat das Potenzial, von kriminellen Aktivitäten abzuschrecken und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Kampf gegen die organisierte Kriminalität eine gemeinsame Verantwortung ist. Mithilfe der beschlagnahmten Güter können neue soziale Einrichtungen und kulturelle Veränderungen geschaffen werden. Alternative Entwicklung ist ein umfassender Entwicklungsansatz, der auch soziale Faktoren wie Bildung berücksichtigt – die Initiative der mobilen Bibliotheken ergänzt die Maßnahmen.