Albanien

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Mit Wertschöpfung und Beschäftigung gegen illegalen Cannabisanbau

2014 war Albanien einer der wichtigsten Produzenten und Lieferanten von Cannabis für den europäischen Markt. Dann drängte eine landesweite Vernichtungsaktion den Anbau zurück – vorübergehend. 2019 ist klar: Der Balkanstaat bleibt eines der Hauptherkunftsländer von Cannabis. In Albaniens abgeschiedenen Bergregionen gibt es nur wenig lukrative legale Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten – wirtschaftliche Alternativlosigkeit ist eine der Hauptursachen für den illegalen Anbau. Die GPDPD prüft im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Projektmaßnahmen im Bereich der Alternativen Entwicklung in Risikogebieten.   

Nach Angaben der Albanischen Nationalen Drogenstrategie (National Strategy Against Drugs, 2012-2016) wurde Cannabis bis 2014 hauptsächlich im Süden Albaniens angebaut. Durch umfangreiche polizeiliche Maßnahmen im Jahr 2014 wurde der Anbau dort vollständig zurückgedrängt. Inzwischen findet der illegale Anbau in vielen anderen Regionen des Landes statt, insbesondere in abgeschiedenen und schwer zugänglichen Bergregionen. 2017 legte die albanische Regierung mit einem weiteren nationalen Aktionsplan (National Action Plan Against Cannabis Cultivation and Trafficking, 2017–2020) nach und geht inzwischen landesweit gegen den Anbau vor (EU-Fortschrittsbericht 2018).

 

Der aktuelle Aktionsplan der albanischen Regierung erkennt Drogenanbau als entwicklungspolitische Herausforderung an. Er setzt sich mit den Risikofaktoren, die zum illegalen Anbau von Cannabis führen können, und deren Minderung auseinander: Armut und Arbeitslosigkeit sollen eingedämmt, die staatliche Kontrolle abgelegener Gebiete verbessert werden. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) plant die Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (Global Partnership on Drug Policies and Development, GPDPD) gemeinsam mit der Regierung Pilotmaßnahmen der Alternativen Entwicklung in betroffenen Regionen. Diese werden gemeinsam mit dem ebenfalls vom BMZ finanzierten Programm für nachhaltige ländliche Entwicklung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und in Kooperation mit dem albanischen Ministerium für Landwirtschaft initiiert.