Drugs & Development Hub

Drogenpolitik neu denken

Phänomene, Strategien und Programme im Zusammenhang mit der Drogenwirtschaft werden oft zu einseitig betrachtet. Dabei ist das Zusammenspiel verschiedener Perspektiven besonders wichtig, um die Komplexität der Drogenökonomie, ihre sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen zu verstehen und die Herausforderungen anzugehen. 

 

Gemeinsam mit der London School of Economics (LSE) und der Global Initiative Against Transnational Organized Crime (GI-TOC) hat  die GPDPD eine Initiative ins Leben gerufen, um diese Lücke zu schließen und neue Perspektiven für eine integrierte Drogenpolitik zu schaffen: den Drugs & Development Hub (DDH). Die Idee ist es, Wissenschaftler*innen, Entscheidungsträger*innen, und auch von Drogenökonomien betroffene Menschen zusammenzubringen, um neue Ansätze, Daten, Initiativen und Netzwerke hervorzubringen und gemeinsam zu diskutieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den häufig besonders betroffenen ländlichen Regionen in den Ursprungs- und Transitländern illegaler Drogen.

 

 

 

 

Im Januar 2020 wurde der DDH in Bogotá, Kolumbien, mit einem Expertenworkshop und einem öffentlichen Event in der renommierten Universidad de los Andes initiiert. Drei Themenbereiche standen im Vordergrund: entwicklungsorientierte Antworten auf Drogenökonomien in ländlichen Gegenden, in urbanen Räumen, sowie die Resilienz von Drogenanbau und -handel betroffener Gemeinden. Zudem wurde der DDH  2020 auf der 63. Sitzung der Suchtstoffkommission (Commission on Narcotic Drugs, CND) vorgestellt.

 

Aktuell baut die GPDPD ihre Partnerschaft mit GI-TOC weiter aus und richtet den geografischen Fokus des DDH stärker auf Afrika.  Drogenhandel und -konsum haben eine lange Geschichte auf dem Kontinent, aber das Interesse, die Drogenproblematik nachhaltig zu bewältigen, ist erst in den vergangenen Jahren größer geworden. Zu beobachten ist eine vermehrte Diskussion, eine Drogenpolitik zu fördern, die auf der Grundlage der Prinzipien und Lehren der Alternativen Entwicklung und der Nachhaltigkeit basiert.

 

Im Oktober 2021 organisierte die GPDPD gemeinsam mit der Afrikanischen Union und der Universität Kapstadt ein Webinar, um neue Forschungsergebnisse vorzustellen und politische Diskussionen mit regionalen Experten aus verschiedenen afrikanischen Regionen anzustoßen. Das Webinar war nur das erste einer geplanten Reihe zur Erforschung der Drogen- und Entwicklungsdebatte in Afrika. Diese digitalen Veranstaltungen werden von einer Podcast-Reihe, zwei Kurzfilmen, die das Thema Drogen und Entwicklung in bestimmten afrikanischen Ländern untersuchen, und einer Sonderausgabe des Journal of Illicit Economies and Development (JIED) begleitet.

 

Obwohl immer mehr politische Akteure anerkennen, dass eine Entwicklungsorientierung für jede erfolgreiche drogenpolitische Initiative notwendig ist, sind viele Regierungen nach wie vor nicht ausreichend über das wirksame Zusammenspiel von Entwicklungs- und Drogenpolitik informiert - daraus ergibt sich eine Skepsis gegenüber entwicklungsorientierten Ansätzen. Eine Plattform wie der DDH ist ein Ort der Diskussion und Kommunikation und trägt auch dazu bei, das Informationsdefizit zu verkleinern – und gibt neuem Denken Raum.

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Podcasts:

AFRICA and the Global Illicit Economy:

 

Folge 1 - African Drug Markets and Alternative Development