Gesundheitsorientierte Ansätze

Schadensreduzierung (Harm Reduction) bildet neben Prävention und Behandlung eine der drei Säulen, auf denen die gesundheitsorientierten Ansätze im Umgang mit der weltweiten Drogenproblematik ruhen. Mit dem Konzept der Schadensreduzierung verbinden sich all jene Bemühungen, die darauf gerichtet sind, die negativen gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Konsums illegaler Substanzen wie etwa soziale Verelendung und die Verbreitung ansteckender Krankheiten abzuwenden oder zu verringern. Demgegenüber ist die Reduzierung des Konsums kein primäres Ziel der Schadensreduzierung. Praktische Beispiele für Projekte im Zeichen der Schadensreduzierung sind Nadel- und Spritzenaustauschprogramme, Opiat-Substitutionstherapien (etwa durch die kontrollierte Ausgabe von Methadon), niederschwellige Angebote von HIV-Tests und HIV–Beratungen und die Einrichtung von Drogenkonsumräumen. Die Effizienz dieser meist kostengünstigen gesundheitspolitischen Maßnahmen ist zweifelsfrei belegt: Die Weltgesundheitsorganisation WHO konstatierte bereits 2004, dass Schadensreduzierungsangebote HIV-Infektionen reduzieren, riskantem Drogenkonsum vorbeugen und für Suchtkranke oft den ersten Schritt in die Behandlung der Drogensucht darstellen.

Dem Konzept der Prävention liegt die Auffassung zugrunde, dass durch Aufklärung über die Gefahren, die mit dem Suchtmittel- und Drogengebrauch verbunden sind, einem gesundheitsschädlichen Konsum oder einer Sucht vorgebeugt werden kann. Zielgruppe von Präventionsmaßnahmen sind häufig insbesondere Kinder und Jugendliche. Damit soll einem problematischen Konsumverhalten möglichst früh entgegengesteuert werden.

„..., da Abhängigkeit kein moralisches Fehlverhalten, sondern eine Krankheit ist, kann eine erfolgreiche und nachhaltige Drogenpolitik nur durch einen gut funktionierenden öffentlichen Gesundheitssektor realisiert werden, der die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Maßnahmen wie Beratung und Substitutionsbehandlung haben in Europa bemerkenswerte Erfolge gezeigt – niedrigere Kriminalitätsraten, weniger HIV und weniger Hepatitis.“

Marlene Mortler MdB, Drogenbeauftragte der Bundesregierung – Rede bei der OSZE weiten Konferenz: „UNGASS 2016: Roadmap for tackling the World Drug Problem“, 13.10.2016

Beratungs- und Behhandlungsprogramme sind das dritte Instrument unter den gesundheitsorientierten Ansätzen in der Drogenpolitik. Sie bieten Suchtkranken Unterstützung beim Ausstieg aus dem Kreislauf des Drogenmissbrauchs. Die Aktivitäten in diesem Bereich reichen von ersten Beratungsgesprächen bis hin zu stationären Entwöhnungstherapien für Suchtkranke mit anschließenden Resozialisierungsmaßnahmen.

Foto: GIZ GPDE
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