Alternative Entwicklung

Der Ansatz der alternativen Entwicklung basiert auf der Annahme, dass die Hauptursachen für den Drogenanbau in mangelnden Entwicklungsperspektiven für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu suchen ist. Drogenpflanzen werden vorwiegend dort angebaut, wo die Rahmenbedingungen es zulassen: Armut, schwache staatliche Institutionen, fehlender Zugang zu legalen Märkten und Gewalt bieten den Nährboden für die illegale Drogenökonomie. Ziel von alternativer Entwicklung ist es daher, wirtschaftliche Alternativen zum Anbau von Drogenpflanzen wie Koka, Cannabis oder Schlafmohn zu schaffen, die den Lebensunterhalt von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nachhaltig sichern. Hierzu gehört die Verbesserung der Rahmenbedingungen für ländliche Entwicklung, das heißt die Öffnung bzw. Erweiterung des Marktzugangs für legale Produkte, Infrastrukturförderung und die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen für die abgelegenen Anbauregionen.

Der deutsche Ansatz zu alternativer Entwicklung zielt in erster Linie darauf, die Indikatoren und Rahmenbedingungen für menschliche Entwicklung zu verbessern. Es geht also nicht primär um eine – möglicherweise nur kurzfristige – Reduzierung von Drogenpflanzen.

Dank eines Umdenkens vieler Regierungen und der von vielen Experten erhobenen Forderung nach einer Abkehr vom „Krieg gegen die Drogen“ hat der Ansatz der alternativen Entwicklung auch auf internationaler Ebene stark an Bedeutung gewonnen. Dies hat insbesondere die Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Weltdrogenproblem (UNGASS) im April 2016 deutlich gemacht, in deren Abschlussdokument der Ansatz der alternativen Entwicklung erstmals im Rahmen eines eigenen Kapitels zu sozioökonomischer Entwicklung gewürdigt wurde.

Die internationale Staatengemeinschaft hat damit den Ansatz offiziell gestärkt und ihn mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs) verknüpft. Im UNGASS-Abschlussdokument werden erhöhte finanzielle Anstrengungen für die Umsetzung von Projekten der alternativen Entwicklung gefordert.

Foto: GIZ GPDE
Foto: GIZ GPDE
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