Foto: GIZ GPDE
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Partner

Das Projekt Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE) ist überregional ausgerichtet. Es handelt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unter politischer Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und hat sich zum Ziel gesetzt, entwicklungs- und gesundheitspolitische Ansätze in der internationalen Drogenpolitik zu verankern. Die Gestaltung einer nachhaltigen Strategie im Umgang mit der globalen Drogenproblematik setzt eine intensive Kooperation zwischen gleichgesinnten Regierungen und Organisationen voraus. Daher arbeitet die GPDE eng mit einer Reihe von Partnern zusammen.

Die GPDE kooperiert im Auftrag des BMZ mit Regierungen, die in ihrer Drogenpolitik einen ähnlichen Kurs wie die Bundesregierung verfolgen. Durch eine solche vorherige Abstimmung können gemeinsame Standpunkte, beispielsweise im Hinblick auf den Ansatz der alternativen Entwicklung und der Schadensreduzierung im Umgang mit Drogenkonsum, in internationalen Dialogforen effektiver vertreten werden. 2015 und 2016 hat die GPDE mit Regierungspartnern aus Großbritannien, Kolumbien, Myanmar, den Niederlanden, Norwegen, Peru, der Schweiz und Thailand in verschiedenen Aktivitäten und Arbeitslinien zusammengearbeitet.

Bei der Beratung von Regierungen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die offen sind für eine Anpassung ihrer nationalen drogenpolitischen Strategie, kooperiert die GPDE mit einem Umsetzungskonsortium. Mitglieder des Konsortiums sind das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), die thailändische Mae-Fah-Luang-Stiftung sowie die Nichtregierungsorganisationen Transnational Institute (TNI) und International Drug Policy Consortium (IDPC). Das Konsortium verfügt gemeinsam über weitreichende Erfahrungen in der Erarbeitung, Bewertung und praktischen Anwendung von drogenpolitischen Instrumenten in den Bereichen der alternativen Entwicklung und des Gesundheitsschutzes.

 
 

Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung

UNODC

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat in den letzten Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Unterstützung der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (VN) im Bereich der Formulierung, Planung und Umsetzung von Drogenpolitik gespielt und Politikansätze zur alternativen Entwicklung gefördert.

Alternative Entwicklung ist weiterhin die von den VN-Mitgliedstaaten und von UNODC bevorzugte Strategie, um dem illegalen Anbau von Drogenpflanzen entgegenzuwirken.
Die von UNODC vertretene Auffassung alternativer Entwicklung beruht auf der Überzeugung, dass Drogenanbauregionen in besonderer Weise von Isolation und Armut geprägt sind und Kleinbäuerinnen und Kleinbauern kein ausreichendes Einkommen aus legalen Aktivitäten beziehen können, weil ihnen Märkte fehlen, die sie umgebende Infrastruktur mangelhaft ist und sie oft auch von bewaffneten Konflikten betroffen sind. Der Ansatz der alternativen Entwicklung zielt darauf, die Menschen in solchen Regionen vom Anbau illegaler Drogenpflanzen abzubringen und ihnen eine nachhaltige Existenzgrundlage zu schaffen. Die Maßnahmen von UNODC richten sich zudem an lokale Gruppen, die den unerlaubten Anbau von Drogenpflanzen bereits eingestellt haben oder aber besonders anfällig dafür sind, ihn in Zukunft aufzunehmen.

UNODC ist ein Umsetzungspartner des Projekts Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE). In Kooperation mit der GPDE fördert UNODC einerseits den internationalen Austausch über Drogenpolitik und bietet andererseits interessierten Regierungen technische und politische Beratung zum Konzept der alternativen Entwicklung an.

Mae-Fah-Luang-Stiftung

Mae-Fah-Luang-Stiftung

Die thailändische Mae-Fah-Luang-Stiftung (MFLF) wurde im Jahr 1972 von Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Srinagarindra gegründet, der Mutter des 2016 verstorbenen thailändischen Königs, Seiner Majestät Bhumibol Adulyadej. 1988 rief die Stiftung im Norden Thailands das Doi-Tung-Entwicklungsprojekt ins Leben. Dort, in einer der Hauptregionen der Opiumproduktion im Goldenen Dreieck zwischen Thailand, Laos und Myanmar, unterstützt das Projekt seither verarmte Gemeinden in der Region und hilft der lokalen Bevölkerung dabei, ihre Lebensumstände zu verbessern. Das Doi-Tung-Projekt schafft für Kleinbauern und ihre Familien, die bisher im Schlafmohnanbau ihr Auskommen gesucht haben, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten und trägt somit zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region bei.

In den 1960er Jahren waren die ländlichen Gegenden Nord-Thailands stark vom Opiumanbau und extremer Armut geprägt. In dieser Zeit begann die thailändische Regierung mit der wirtschaftlichen Transformation dieser Landesteile. Im Verlauf der folgenden Jahrzehnte initiierte sie zahlreiche Projekte im Norden des Landes, die darauf gerichtet waren, für die Schlafmohnproduzenten andere Existenzgrundlagen zu finden, so auch das Doi-Tung-Projekt unter der Leitung der Mae-Fah-Luang-Stiftung. Durch diese Strategie gelang es der Regierung in Bangkok, die Opiumherstellung zu stoppen, die für den Schlafmohnanbau abgeholzten Flächen wiederaufzuforsten und die Lebensbedingungen in den Gemeinden der Region zu verbessern. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützte diese erfolgreichen Maßnahmen ab 1983 ebenfalls mit Projekten der alternativen Entwicklung.

Im Ergebnis dieser Anstrengungen deklarierte das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) Thailand 2002 als opiumfrei. Heute dienen die Erfahrungen Thailands anderen Ländern als Beispiel für die erfolgreiche Anwendung der Strategie der alternativen Entwicklung bei dem Bemühen, den illegalen Drogenanbau zurückzudrängen. UNODC hat das Doi-Tung-Projekt in diesem Zusammenhang als hervorragendes Beispiel für alternative Entwicklung herausgestellt.

Die Mae-Fah-Luang-Stiftung ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in verarmten ländlichen Zonen sowohl in Thailand als auch in Myanmar, Afghanistan und Indonesien aktiv. Sie fördert dort zahlreiche Projekte, die auf dem Prinzip der nachhaltigen alternativen Entwicklung beruhen. Jedes Jahr besuchen Delegationen mit Teilnehmern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Forschung die Projekte der Stiftung, um diese aus erster Hand kennenzulernen und den Ansatz der alternativen Entwicklung an einem praktischen Beispiel zu verstehen.

Die Mae-Fah-Luang-Stiftung ist in mehreren Staaten Umsetzungspartner des Projekts Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE). Die beiden Organisationen führen gemeinsam Maßnahmen in den Partnerländern durch und veranstalten für Vertreter von Drittstaaten im thailändischen Doi Tung regelmäßig Trainings zum entwicklungspolitischen Umgang mit der Drogenanbauproblematik.

 
 

International Drug Policy Consortium

International Drug Policy Consortium

Das International Drug Policy Consortium (IDPC) ist ein globales Netzwerk von mehr als 170 zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich mit Fragen rund um die Themen Drogenproduktion, Drogenhandel und Drogenkonsum beschäftigen. Die Mitgliedsorganisationen verfolgen das gemeinsame Ziel, eine offene und objektive Diskussion über die Gestaltung und die Effektivität der Drogenpolitik auf nationaler und internationaler Ebene zu führen. Das IDPC hat die Vision, dass Drogenpolitik in Zukunft weltweit auf den Grundsätzen der Menschenrechte, der sozialen Inklusion, der Verpflichtung zum Gesundheitsschutz, der Entwicklungspolitik und der zivilgesellschaftlichen Beteiligung beruht.

Das IDPC verfolgt vor allem zwei Wege, um diese Vision zu verwirklichen. Zum einen verbindet das Konsortium zahlreiche Organisationen aus der Zivilgesellschaft miteinander und gibt ihnen so die Möglichkeit, sich effektiv auszutauschen und gemeinsam Einfluss auf Entscheidungsprozesse in der multilateralen Drogenpolitik zu nehmen. Zum anderen arbeitet das Sekretariat des IDPC direkt mit Regierungen, internationalen Organisationen und Gremien der Vereinten Nationen zusammen, indem es Analysen und Fachwissen bereitstellt. Im Rahmen dieser Dialoge wirbt das Konsortium bei wichtigen Entscheidungsträgern für eine Drogenpolitik, die auf wissenschaftlichen Grundlagen beruht und die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Die Tätigkeit des IDPC lässt sich in folgende vier Bereiche gliedern: das Erstellen von Hintergrundberichten, das Verbreiten von relevantem Informationsmaterial, die Stärkung der Kapazitäten der Mitgliedsorganisationen und die fachliche Beratung politischer Entscheidungsträger. Die weltweiten Mitglieder des IDPC verfügen gemeinsam über eine Fülle von Fachwissen und Erfahrungen in den verschiedensten Sektoren der Drogenpolitik.

Für die Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE) ist das IDPC ein Umsetzungspartner, speziell bei Fragen der gesundheitsorientierten Drogenpolitik. Die Zusammenarbeit mit dem IDPC als Nichtregierungsorganisation steht zudem im Einklang mit der Forderung der Drogenstrategie der Europäischen Union (2013–2020) nach stärkerer Einbeziehung von zivilgesellschaftlichen Organisationen bei der Erarbeitung und Umsetzung der EU-Drogenpolitik.

 
 

Transnational Institute

Transnational Institute

Seit 1996 analysiert das Transnational Institute (TNI) im Rahmen seines Programms „Drogen und Demokratie" drogenpolitische Konzepte und Trends im globalen Drogen-markt. Das 1973 gegründete Institut mit Sitz in Amsterdam beschäftigt sich im Besonderen mit den Ursachen für den Anbau und den Konsum von Drogen und unter-sucht die Auswirkungen der gegenwärtig praktizierten Drogenpolitiken auf Konflikte, auf die Demokratie und die Entwicklung in den Partnerstaaten. Ein Ziel des Programms ist die Förderung des Austauschs zwischen Organisationen, die im Feld der Drogen-politik tätig sind.

Innerhalb des TNI-Programms „Drogen und Demokratie" lassen sich die folgenden fünf Aktionsfelder voneinander unterscheiden:

1) Das TNI betreibt Forschung zu drogenpolitischen Themen auf der Basis von Interviews mit Kleinbauern, Schmugglern, Drogenkonsumenten und Regierungsvertretern und Experten aus Ländern, die besonders von der Drogenproduktion betroffen sind, so zum Beispiel Afghanistan, Bolivien, Kolumbien, Myanmar, Peru und Thailand.

2) Die Amsterdamer Nichtregierungsorganisation analysiert und kritisiert drogenpolitische Reformvorschläge der drei relevanten Gremien der Vereinten Nationen, des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen (CND) und des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB), und regt selbst innovative Policy-Strategien an.

3) Das TNI plädiert für eine Beendigung des „Krieges gegen die Drogen". Es setzt sich stattdessen für eine Drogenpolitik ein, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basiert, den Ansatz der Schadensreduzierung aufgreift, die Menschenrechte der Produzenten und Konsumenten achtet und den kulturellen bzw. traditionellen Gebrauch von Drogensubstanzen anerkennt.

4) Deswegen unterstützt das Institut auch die Reform des Drogenstrafrechts und den Ansatz der alternativen Entwicklung im Umgang mit den am stärksten gefährdeten Akteuren im Kontext der Drogenproblematik, den Konsumenten und den Bauern, die Drogenpflanzen kultivieren.

5) Das TNI bringt Entscheidungsträger und Experten aus der Politik, der Forschung und der Zivilgesellschaft zusammen, um über drogenpolitisch relevante Themen zu diskutieren, unter anderem über Trends im Drogenhandel, Haftkonditionen für Verurteilte von Drogendelikten und Gesetzesreformen.

Das TNI verfolgt explizit einen neutralen Ansatz im Umgang mit dem Drogenproblem. Sein Ausgangspunkt ist das Interesse, die Motivationen der Menschen zu verstehen, die – auf welche Weise auch immer – mit Drogen in Kontakt geraten. Mit seinem Programm „Drogen und Demokratie“ verfolgt es das Ziel, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen rund um den globalen Drogenhandel zu reduzieren.

Das TNI ist Teil des Umsetzungskonsortiums der Globalen Partnerschaft für Drogen-politik und Entwicklung (GPDE). Durch die Kooperation mit dieser Nichtregierungsorganisation trägt das Projekt GPDE im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und in enger Abstimmung mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zur Verwirklichung der Drogenstrategie der Europäischen Union (2013–2020) bei. Diese sieht unter anderem eine stärkere Einbindung von zivilgesellschaftlichen Organisationen in die Drogenpolitik vor.

 
 

 
 

Gemeinsam mit gleichgesinnten Regierungen und Organisationen setzt sich das GPDE-Projekt für eine nachhaltige Strategie im Umgang mit der globalen Drogenproblematik ein.