Expertentreffen Alternative Entwicklung

Die Expertentreffen sind jährlich stattfindende Konferenzen zu Themen rund um den Ansatz der alternativen Entwicklung (AE). Das Ziel der Veranstaltungen ist, den Ansatz sowohl in der internationalen Drogenpolitik als auch in der Entwicklungspolitik stärker zu verankern. Interessierte Regierungen sollen mit einer stärker entwicklungsorientierten Perspektive im Umgang mit Drogenanbau und den damit verbundenen Themen vertraut gemacht werden.

Bereits 2013, 2014 und 2015 hatte die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammen mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) entsprechende Tagungen organisiert. Mit Blick auf die Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen zum Weltdrogenproblem (UNGASS) diente diese erste Veranstaltungsreihe der Diskussion zentraler Aspekte des Ansatzes der alternativen Entwicklung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Konzept erfolgreich in die UNGASS-Sitzung im April 2016 und in den anschließenden Nachbereitungsprozess integriert werden könne.

Mit der Verabschiedung des UNGASS Abschlussdokuments und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist jedoch eine Neubewertung der Sachlage im Bereich AE notwendig geworden. Im Hinblick auf die anstehende Überprüfung der Politischen Erklärung und des Aktionsplans der Vereinten Nationen zum Weltdrogenproblem(2009) im Jahr 2019 erfordern neue, entwicklungsorientierte Ansätze der Drogenpolitik intensive Diskussionen, die von den Mitgliedstaaten bereits während des UNGASS 2016-Prozesses aufgeworfen wurden.

Das Kapitel 7 des UNGASS Abschlussdokuments von 2016 adressiert folglich Entwicklungsthemen innerhalb des VN Drogenkontrollsystems in einer neuen Art und Weise. Verschiedene Mitgliedsstaaten, welche nicht primär von illegalem Drogenanbau betroffen sind, fordern vermehrt entwicklungsorientierte Antworten auf die Problematiken urbaner Drogenmärkte. Entwicklungspolitische Mittel - und nicht nur Strafverfolgungs- und Repressionsmaßnahmen - sollen auch im städtischen Raum zur Anwendung kommen. Dieses neue Mandat verlangt nun nach weiterführenden Debatten und praktischer Umsetzung.

Die Expertentreffen bieten somit einerseits einen Raum, die Lücke zwischen konzeptioneller Innovation des UNGASS Abschlussdokuments und dessen Umsetzung zu überbrücken. Andererseits fördern sie die Konsensbildung zur Frage, welche Rolle Alternative Entwicklung zukünftig spielen soll und wie diese Rolle zu definieren ist. Bis 2019 soll somit ein umfassenderes und möglicherweise aktualisiertes Verständnis der Rolle der (alternativen) Entwicklung im Kontext der internationalen Drogenkontrolle entwickelt werden.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) übernimmt das Vorhaben „Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE)“ der GIZ seit 2015 die Organisation der jährlichen Post-UNGASS-Expertentreffen. Mitveranstalter der Meetings sind das UNODC, der Arbeitsstab der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und die thailändische Mae-Fah-Luang-Stiftung.

Drei erfolgreiche Konferenzen im November 2016, September 2017 und Juli 2018 haben bereits stattgefunden. Die Ergebnisse wurden in Nebenveranstaltungen im Rahmen von Sitzungen der VN-Suchtstoffkommission im März und Oktober 2017 in den internationalen Dialog eingebracht.

Foto: Susanne Dahl
Foto: Susanne Dahl
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