Fortsetzung des trilateralen Dialogs zur alternativen Entwicklung

Aktuelles

15.02.2019

Austausch zwischen Kolumbien und Thailand zu Strategien der alternativen Entwicklung

Laut UNODC erreichte der illegale Kokaanbau in Kolumbien im Jahr 2017 eine Rekordhöhe von 171.000 Hektar. Infolgedessen unternimmt die kolumbianische Regierung erhebliche Anstrengungen, um effiziente Strategien zur Kontrolle des Anbaus und der damit verbundenen illegalen Wirtschaft, zu entwickeln. Vor 30 Jahren sah sich die nördliche Region Thailands einer ähnlichen Situation gegenüber, als dort illegaler Schlafmohnanbau weit verbreitet war. Heute besteht der thailändische Ansatz zur Bekämpfung illegaler Drogenpflanzen in ländlichen Gebieten aus der anerkannten Strategie der nachhaltigen Alternativen Entwicklung (AE) und ist weltweit anerkannt. In Thailand ist der Schlafmohnanbau fast gänzlich verschwunden. Die Wälder werden von den lokalen Gemeinden vor Abholzung geschützt und es wurden legale Einkommensmöglichkeiten für ehemals marginalisierte Schlafmohnbauern geschaffen. Insbesondere Doi Tung, eine ehemalige Schlafmohnanbau-Region im thailändischen Hochland, bietet heute wertvolle Lernmöglichkeiten für Regierungen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.

Vor diesem Hintergrund hat GPDE zwischen 2016 und 2018 im Auftrag des BMZ und der thailändischen Mae Fah Luang-Stiftung unter königlicher Schirmherrschaft (MFLF) eine Reihe von Workshops organisiert, um Ländern wie Kolumbien die Möglichkeit anzubieten, von den thailändischen Erfahrungen zu lernen. Insgesamt haben bereits drei kolumbianische Delegationen bestehend aus hochrangigen Beamten bis zu Vertretern von Dorfgemeinschaften, Doi Tung besucht, um die Replizierbarkeit des thailändischen AE-Modells in ihrem Heimatland zu diskutieren. Im Januar wurden die Ergebnisse des fruchtbaren Austauschs verschiedenen Entscheidungsträgern im Rahmen eines trilateralen Kooperationsdialogs mit thailändischen Besuchern in Bogotá vorgestellt.

Kolumbien zeigte sich sehr entschlossen, einen umfassenden Ansatz bei der Umsetzung von AE zur Überwindung des illegalen Kokaanbaus anzuwenden. Die Kernaussagen des Treffens betonten, dass eine nachhaltige Entwicklung nur möglich ist, wenn der Mensch im Zentrum des Entwicklungsprozesses steht und die Umweltzerstörung in den Entwicklungsregionen verhindert wird. Darüber hinaus erfolgen Änderungen nicht über Nacht, da Entwicklung ein langsamer Prozess ist, der manchmal Jahrzehnte dauert. Weiterhin erfordert die Überwindung des illegalen Anbaus die Zusammenarbeit aller Ebenen, insbesondere des privaten Sektors.

 
 
Kakaoverarbeitungsanlage einer Arhuaco-Gemeinde, Sierra Nevada de Santa Marta, Kolumbien Foto: GIZ GPDPD
Kakaoverarbeitungsanlage einer Arhuaco-Gemeinde, Sierra Nevada de Santa Marta, Kolumbien
Foto: GIZ GPDPD
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