Über traditionelle Schadensreduzierung hinaus: Stimulanzien im Fokus

Aktuelles

06.09.2018

Schadensreduzierende Maßnahmen bei Stimulanzienkonsum: GPDE und MAINline liefern wichtige neue Erkenntnisse

Das niederländische Institut MAINline präsentiert im Auftrag von GPDE die Studie „Speed limits – Harm reduction for people who use stimulants“. Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von schadensminimierenden Maßnahmen für Menschen, die aufputschende Drogen (Stimulanzien) in einem problematischen Maße konsumieren.

Schadensreduzierung verbindet all jene Bemühungen, die darauf ausgerichtet sind, die negativen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Konsums illegaler Substanzen abzuwenden oder zu verringern. Traditionell orientieren sich Hilfsprogramme dabei hauptsächlich am injizierenden Drogenkonsum von Opioiden. Interventionen beim Konsum von aufputschenden Drogen wie zum Beispiel rauchbarem Methamphetamin oder Kokain wurde bisher nicht umfassend analysiert.

Der Konsum von diesen Stimulanzien ist weltweit angestiegen. Die erste flächendeckende Untersuchung für Schadensreduzierung in dem Bereich ist daher von besonderer Bedeutung. Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag, die Wissenslücke im Bereich der Schadensreduzierung über traditionelle Maßnahmen hinaus zu schließen.

Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen: Erstens präsentiert sie den Forschungsstand zu bestehender wissenschaftlicher Literatur. Dabei identifiziert sie 12 verschiedene Strategien der Schadensminderung für Stimulanzienkonsum. Dazu gehören unter anderem Safer-Smoking-Kits, Prävention von sexuellen Risiken und Drogenkonsumräume. Zweitens werden sieben bewährte Praxisbeispiele aus Brasilien, den Niederlanden, Südafrika, Indonesien, Uruguay, Spanien und Kanada vorgestellt.

Es wird deutlich, dass es im Bereich von angemessenen Strategien zur Schadensbegrenzung bei Stimulanzienkonsum noch großen Bedarf für weiterführende Forschung gibt. Diese bahnbrechende Studie dient als ein wichtiger erster Schritt, um dem steigenden Konsum zukünftig mit bewährten und evidenzbasierten Maßnahmen begegnen zu können.

Die Studie steht hier zum Download bereit.

mainline Stimulanzien
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