Durch nachhaltige Agroforstwirtschaft Kokaanbau und Entwaldung reduzieren: Hoffnung machende Projekte im kolumbianischen Regenwald

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04.01.2019

Auf rund 171.000 Hektar wurden 2017 in Kolumbien Kokapflanzen angebaut – mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Der illegale Kokaanbau ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung des Regenwaldes in Kolumbien. Allein im Jahr 2017 verlor das Land rund 220.000 Hektar Wald (entspricht circa 300.000 Fußballfeldern). Die Auswirkungen auf Klima, Ökosysteme und die Bewohner dieser Regionen sind erheblich. Gemeinsam führten daher das bilaterale Programm „Wald- und Klimaschutzprojekt REDD+“ und das IZR-Vorhaben“ Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE)“ von 2016 bis 2018 in Kolumbien fünf Pilotprojekte durch, um zu zeigen, dass es auch möglich ist, den Wald nachhaltig und legal zu nutzen.

Auf rund 171.000 Hektar wurden 2017 in Kolumbien Kokapflanzen angebaut – mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Der illegale Kokaanbau ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung des Regenwaldes in Kolumbien. Allein im Jahr 2017 verlor das Land rund 220.000 Hektar Wald (entspricht circa 300.000 Fußballfeldern). Die Auswirkungen auf Klima, Ökosysteme und die Bewohner dieser Regionen sind erheblich.

Gemeinsam führten daher das bilaterale Programm „Wald- und Klimaschutzprojekt REDD+“ und das IZR-Vorhaben “Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE)“ im Auftrag des BMZ von 2016 bis 2018 in Kolumbien fünf Pilotprojekte durch, um zu zeigen, dass es auch möglich ist, den Wald nachhaltig und legal zu nutzen. In Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Umweltministerium, dem VN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) sowie mit zahlreichen regionalen und lokalen Partnern wurden in ausgewählten Gebieten mit hohem Kokaanbau und starker Entwaldung Maßnahmen getestet, die auf dem Ansatz der Alternativen Entwicklung (AE) basieren.

In vier Regionen im Amazonasgebiet (Putumayo, Caquetá, Guaviare und Meta) erzielten Kleinbäuerinnen und Kleinbauern durch die die Nutzung von Waldressourcen wie Palmfrüchten und Nüssen, aber auch durch nachhaltige Viehwirtschaft ein höheres und vor allem legales Einkommen. Ziel ist es, langfristig stabile Einkommensquellen durch nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen, die den Produzenten/innen Alternativen zum Kokaanbau aufzeigen und gleichzeitig helfen den Wald zu schützen. Damit tragen die Projekte auch zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen bei.

Entsprechend dem AE-Ansatz werden lokale Behörden und Produzentenvereine sowie die Zivilbevölkerung eng in die Projekte eingebunden, um ihre Rolle für die nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinden zu stärken. So verpflichten sich beteiligte Gemeinden im Rahmen von Waldschutzabkommen freiwillig dazu, festgelegte Waldflächen dauerhaft vor der Entwaldung zu bewahren. Seit Beginn der Maßnahmen konnten durch derartige Abkommen bereits 1.600 Hektar Wald geschützt werden. Außerdem wurden mehr als 18.000 heimische Holz- und Obstbäume neu gepflanzt. Diese stellen mittel- bis langfristig eine weitere Quelle für neue Einkommensmöglichkeiten dar.

Schon jetzt haben die Produzenten/innen mehr Einnahmen durch die nachhaltige Nutzung und Vermarktung lokaler Früchte wie Asaí, Arazá und Copoazú oder den Anbau von Kakao. Kakaobauern und Asaí-Produzenten/innen werden dabei unterstützt, ihre Produkte zertifizieren zu lassen und faire Handelsverträge mit lokalen Unternehmen abzuschließen. Dadurch erzielten sie höhere Preise, und einige der Produkte wie Asaí oder ein Kosmetiköl aus der kolumbianischen Regenwaldnuss Cacay, werden bereits von nationalen Partnerunternehmen auf internationalen Märkten in Europa und den USA vermarktet. In einigen Projekten wurden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im nachhaltigen Management und umweltbewussten Anbaumethoden geschult. Insgesamt waren über 200 Familien an diesen Maßnahmen beteiligt, welche jetzt als Multiplikatoren in ihren Gemeinden wirken. Dadurch erreichen die Botschaften dieser Projekte nun schon rund 1.200 in diesen Regionen lebende Menschen. Die Mitgliederzahl der Asaí-Produzenten/innen-Vereinigung hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre von 20 auf 100 erhöht.

Mehr Hintergründe sowie Erfolge und Erkenntnisse aus zwei Pilotprojekten, die mit dem UNODC durchgeführt wurden, werden in der aktuellen Publikation „Desarrollo Alternativo, participación comunitaria y bosque – Reflexiones desde la experiencia territorial“ (Spanisch) beleuchtet.

Ein weiterer Aspekt der Zusammenarbeit zwischen beiden Vorhaben war die dreimalige Durchführung eines lebendigen Erfahrungsaustausches zwischen Kolumbien und Thailand. Die thailändische Mae Fah Luang Foundation under Royal Patronage (MFLF) empfing wiederholt Delegationen kolumbianischer Kleinproduzenten/innen, Vertreter verschiedener Ministerien und Institutionen, die sowohl im Umweltbereich als auch auf dem Gebiet der Alternativen Entwicklung tätig sind. Das nordthailändische Entwicklungsprojekt Doi Tung wird international als Best Practice-Beispiel für Alternative Entwicklung anerkannt. Es fördert das Wirtschaftswachstum und eine nachhaltige Entwicklung in der ehemaligen Schlafmohnanbauregion, indem für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern legale Alternativen zum Drogenpflanzenanbau geschaffen werden. Die Wiederaufforstung und nachhaltige Bewirtschaftung der durch Schlafmohnanbau degradierten Flächen steht im Fokus des Projekts.

Die insgesamt 60 kolumbianischen Delegierten gewannen durch diesen Erfahrungsaustausch einen Zuwachs an Wissen und - vielleicht noch entscheidender - eine starke Motivation für ihr zukünftiges Engagement in Kolumbien. Im Anschluss an die Studienreise tauschten sie in Kolumbien ihre Eindrücke und Erfahrungen mit strategischen Partnern auf nationaler und regionaler Ebene sowie mit ihren Gemeinden und Familien aus. Die Botschaft, dass in anderen Ländern erfolgreiche und nachhaltige Strategien zum Schutz der Wälder und zur Reduzierung des Drogenanbaus umgesetzt werden und die Bevölkerung dort ein stabiles und legales Einkommen erzielt, ist somit in vielen Regionen und Institutionen Kolumbiens angekommen

 
 
©GIZ/Raul Gomez Insgesamt wurden von den Projektteilnehmern über 18.000 heimische Obst- und Holzbäume gesät und gepflanzt.
©GIZ/Raul Gomez
Insgesamt wurden von den Projektteilnehmern über 18.000 heimische Obst- und Holzbäume gesät und gepflanzt.
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