Studie zu Projekten der Alternativen Entwicklung leistet Pionierarbeit und setzt beim Zwischentreffen der VN-Suchtstoffkommission wichtige Impulse

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Nun präsentierte die Forschungsabteilung des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) vor der Suchtstoffkommission (CND) der Vereinten Nationen (VN) einen Globalen Überblick zur Alternativen Entwicklung. Die Studie, die von der Globalen Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE) finanziert wurde, gibt erstmals umfassend Auskunft über den aktuellen Stand der Alternativen Entwicklungsprojekte auf globaler Ebene.

Junge im Mohnfeld

Die Forschungsabteilung des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) präsentierte vor der Suchtstoffkommission (CND) der Vereinten Nationen (VN) am 17. Oktober 2019 einen Globalen Überblick zur Alternativen Entwicklung. Die Studie, die von der Globalen Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE) finanziert wurde, gibt erstmals umfassend Auskunft über den aktuellen Stand der Alternativen Entwicklungsprojekte weltweit. Die GPDE wies auf dem Zwischentreffen der CND in Wien auf einige Herausforderungen hin, die aus den Studienergebnissen folgen, und setzte Impulse für ein verstärktes globales Engagement in der entwicklungsorientierten Drogenpolitik.

Bisher fehlte es vielen Akteuren, die auf internationaler Ebene Projekte der Alternativen Entwicklung (AE) finanzieren oder umsetzen wollen, an notwendigem Wissen und Informationen zu diesem drogenpolitischen Ansatz. Zwar ist viel Erfahrungswissen vorhanden, doch wurde es bisher kaum systematisch aufgearbeitet. In der Studie wurden die Zielsetzungen, das Budget, die Dauer und weitere Informationen von insgesamt 53 AE-Projekten weltweit, die im Zeitraum von 2013 - 2017 implementiert wurden, ausgewertet. Sie ist damit ein Novum und wichtiger Grundstein, um Projekte der Alternativen Entwicklung noch wirksamer zu machen.  

Angesichts steigender Anbauzahlen von Koka und Schlafmohn zeigt sich, dass konventionelle Ansätze gescheitert sind. Diese nehmen die Herausforderungen eindimensional als ein Sicherheitsproblem wahr und setzten auf die Zerstörung von Drogenfeldern. Das Konzept der Alternativen Entwicklung hingegen betrachtet den Anbau illegaler Drogen ganzheitlich und setzt an den Ursachen an. Wenn Armut, Gewalt und das Fehlen legaler Absatzmärkte die Menschen in den Drogenanbau zwingen, müssen diese Probleme gelöst werden.

So ist der Ansatz der Alternativen Entwicklung eng mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der VN verschränkt. Eine Vielzahl der in den vergangenen Jahren abgeschlossenen AE-Projekte strebt das Ende des Hungers, die Beseitigung von Armut, Frieden oder auch die Bekämpfung des Klimawandels an.

Um solche Ziele noch effektiver erreichen zu können, sind jedoch Verbesserungen nötig, betonte die GPDE in Wien: Es braucht langfristige Vorhaben und eine höhere Finanzierung. Mehr als die Hälfte der Projekte haben eine Laufzeit von weniger als sechs Jahren. Nachhaltige Veränderungen können in einem so kurzen Zeitraum kaum erreicht werden. Die Finanzierung ist in den vergangenen Jahren in einzelnen Ländern leicht angestiegen, bleibt auf globaler Ebene allerdings noch zu niedrig, um den Menschen vor Ort ausreichend Unterstützung anzubieten.

Außerdem zeigt die UNODC-Studie , dass es kein einheitliches Modell der systematischen Aufarbeitung und Auswertung für alle AE-Projekte gibt. Die Zielsetzungen können je nach Voraussetzungen im jeweiligen Land variieren, der Vergleich zwischen verschiedenen Projekten wird dadurch erschwert. Jedes Land ist anders, die Voraussetzungen sind verschieden und jede Umsetzung muss individuell gestaltet werden, um zum Erfolg zu führen.

Nicht genug Länder haben bisher das Konzept der Alternativen Entwicklung gefördert und anerkannt. Die UNODC-Studie kann zusammen mit Innovationen wie der ARQ-Reform zu einer veränderten Wahrnehmung und einer wirksameren Drogenpolitik beitragen.

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