"People before Politics": Schadensreduzierung weltweit fördern

20.05.2019

Dieses Jahr stand die von der Nichtregierungsorganisation Harm Reduction International organisierte Konferenz in Porto unter dem Motto „People before Politics“. „Menschen verlieren ihre Menschenrechte nicht, weil sie Drogen konsumieren", mit diesen Worten eröffnete Michelle Bachelet, die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und ehemalige Präsidentin Chiles, die Konferenz am 28. April 2019.

Dieses Jahr stand die von der Nichtregierungsorganisation Harm Reduction International organisierte Konferenz in Porto unter dem Motto „People before Politics“. „Menschen verlieren ihre Menschenrechte nicht, weil sie Drogen konsumieren", mit diesen Worten eröffnete Michelle Bachelet, die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und ehemalige Präsidentin Chiles, die Konferenz am 28. April 2019.

Portugal leitete vor 20 Jahren in seiner Drogenpolitik einen Paradigmenwechsel ein: Drogenkonsumenten werden nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Statt Gefängnisstrafen zu verhängen, setzt Portugal seitdem auf Aufklärung, Hilfsangebote und gesundheitspolitische Maßnahmen, wie das Verteilen von sauberem Spritzbesteck. In Anlehnung an dieses Jubiläum fand vom 28. April bis zum 1. Mai 2019 in Porto die Harm Reduction International Konferenz (HR19) statt. Sie bringt Vertreter von Staaten, internationalen Organisationen, der Zivilgesellschaft sowie Aktivisten aus aller Welt zusammen. Gemeinsam setzen sie sich für das Konzept der Schadensreduzierung ein.

Auch GPDE war auf der HR19 vertreten und informierte auf einer Nebenveranstaltung über neue Entwicklungen im Bereich der Schadensreduzierung für den Konsum von Stimulanzien. Weltweit steigt der Konsum etwa von Amphetaminen oder Kokain. Neu ist, dass immer mehr Menschen in Ländern des globalen Südens diese Substanzen konsumieren. Dies stellt die Entwicklungsländer vor neue Herausforderungen. Auf dem GPDE-Empfang mit dem Titel „Experiences on Harm Reduction for Stimulant Drugs with a Focus on the Global South“ wurde das internationale Engagement von GPDE und ihren Partnern, Programme der Schadensreduzierung für diese Gruppe von Drogenkonsumenten zugänglich zu machen und deren Notwendigkeit auf der internationalen Ebene herauszustellen, noch einmal verdeutlicht. Zu den Partnern zählen IPDC (International Drug Policy Consortium), TNI (The Transnational Institute), UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) und MAINline.

Ansätze der Schadensreduzierung zielen darauf ab, die negativen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Konsums illegaler Substanzen abzuwenden oder zu verringern, wie etwa die Verbreitung von durch Blut übertragbarer Krankheiten. Weltweit injizieren schätzungsweise 15 Millionen Menschen Drogen. Mehr als die Hälfte davon leidet an Hepatitis C, eine von fünf Personen hat HIV. Maßnahmen wie das Verteilen von sauberem Spritzbesteck als eines von vielen Instrumenten zur Schadensreduzierung verringern das Ansteckungsrisiko erheblich. In Portugal ist die Rate der Neuansteckung von HIV unter Süchtigen in den vergangenen Jahren rapide zurückgegangen.

Schadensreduzierung ist eine der vier Säulen deutscher Drogenpolitik. GPDE setzt sich in internationalen Foren für die Stärkung einer Drogenpolitik ein, die den Menschen und die Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. So hat die GPDE im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Internationalen Richtlinien für Menschenrechte in der Drogenpolitik mitentwickelt und 2019 in der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen eingereicht. Das erste Mal in der Geschichte der Drogenpolitik liegt den Regierungen damit ein Leitfaden vor, der sie dabei unterstützt, ihre nationale Politikstrategie hinsichtlich der Einhaltung menschenrechtlicher Verpflichtungen zu überprüfen. Sowohl die Internationalen Richtlinien für Menschenrechte in der Drogenpolitik als auch die in Porto vorgestellten Erfahrungen und Empfehlungen treiben den Dialog für eine menschlichere Drogenpolitik voran – „People before Politics“.


Porto Harm Reduction 2019
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