Wie wirken sich illegale Ökonomien auf die Entwicklung aus?

Aktuelles

07.05.2018

Regierungsvertreter, Wissenschaftler und Experten internationaler Organisationen sowie der Zivilgesellschaft diskutierten über den Zusammenhang von illegalen Märkten und Armut, schwachen staatlichen Institutionen, fehlenden Zugängen zu legalen Absatzmöglichkeiten sowie Gewalt

Am 19. und 20. April 2018 fand in London das Kolloquium „Addressing the Development Implications of Illicit Economies“ statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie die schädlichen Auswirkungen illegaler Ökonomien – insbesondere von Drogenmärkten − auf die menschliche Entwicklung und Gesundheit, die Stabilität demokratischer Institutionen und die öffentliche Sicherheit abgeschwächt oder vermieden werden können.

Kriminelle Netzwerke finanzieren sich großenteils durch Einnahmen aus transnational organisierten Drogenökonomien. Illegale Märkte führen in den betroffenen Regionen häufig zu Gewalt, Korruption, Ausbeutung und schlechter Regierungsführung. Marginalisierte Gemeinschaften sind besonders oft von den negativen Folgen illegaler Ökonomien, wie Gewalt und Armut, betroffen. Gleichzeitig werden sie in einigen Gebieten teilweise nicht von staatlichen Entwicklungsprogrammen erreicht. Für viele weltweit in Konfliktregionen lebende Gemeinschaften kann die Beteiligung an illegalen Wirtschaftstätigkeiten daher ein wirksamer Weg zur Einkommens- und Überlebenssicherung sein.

Während des zweitägigen Forums diskutierten Regierungsvertreter, Wissenschaftler und Experten internationaler Organisationen sowie der Zivilgesellschaft über den Zusammenhang von illegalen Märkten und Armut, schwachen staatlichen Institutionen, fehlenden Zugängen zu legalen Absatzmöglichkeiten sowie Gewalt. In der Diskussion wurden Parallelen und Unterschiede zwischen verschiedenen entwicklungsorientierten Ansätzen erörtert. Diese Ansätze haben das Ziel, Entwicklungshemmnissen zu begegnen, die illegale Märkte begünstigen können.

Die Panels spiegelten die vielfältige globale Problemlage wider: Angefangen vom Schlafmohnanbau in Myanmar und illegalem Goldabbau in Kolumbien bis hin zu den Flüchtlingslagern im Libanon und dem Handel mit gefälschten Arzneimitteln in Westafrika wurden die verschiedenen Facetten illegaler Ökonomien beleuchtet.

Das Internationale Kolloquium wurde von GPDE im Auftrag des BMZ gemeinsam mit der University of Glasgow, Christian Aid und dem Institut für Orientalische und Afrikanische Studien (SOAS) der University of London auf dem SOAS-Campus ausgerichtet.

Eine Auswahl der im Rahmen des Kolloquiums vorgestellten Themen und der wichtigsten Ergebnisse soll in einer Publikation und einem kurzen Video zusammengefasst werden. Aktuelle Informationen dazu finden sich auf unserem Twitter-Kanal.

Flyer: Universität Glasgow
Flyer: Universität Glasgow
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