GPDE im Iran – Alternative Entwicklung im Grenzgebiet Iran-Afghanistan

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Auf einer Konferenz in Teheran zu nachhaltiger Entwicklung im Grenzgebiet Iran-Afghanistan präsentierte GPDE den Ansatz der Alternativen Entwicklung des BMZ und brachte die 30-jährige deutsche Erfahrung auf diesem Gebiet in die Diskussion ein.

Afghanistan ist der größte Opiatproduzent der Welt; laut UNODC war das Land 2016 für rund 87 % des globalen Schlafmohnanbaus verantwortlich. Sein Nachbarland, die Islamische Republik Iran, ist das erste von vielen Transitländern auf der Balkanroute, der Hauptroute für den Opiatschmuggel nach West- und Zentraleuropa. Laut iranischen Behörden waren im Jahr 2016 zudem ca. 2,8 Millionen Menschen im Iran Drogenkonsumenten – 3,5 % der Gesamtbevölkerung von ca. 80 Millionen.

In diesem Zusammenhang führte das UNODC Landesbüro Iran eine vom Auswärtigen Amt finanzierte Studie mit dem Titel Feasibility study for proposed alternative development of sustainable livelihood model im Grenzgebiet der beiden Staaten durch. Diese wurde im September auf einer von der iranischen Drogenkontrollbehörde, UNODC und dem Auswärtigen Amt organisierten Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung im Grenzgebiet Iran-Afghanistan in Teheran vorgestellt und diskutiert. GPDE präsentierte dort den Ansatz der Alternativen Entwicklung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und brachte die 30-jährige deutsche Erfahrung auf diesem Gebiet in die Diskussion ein.

Die vorgestellte Studie zeigte auf, dass der illegalen Drogenökonomie im Grenzgebiet Iran-Afghanistan vorrangig Entwicklungsdefizite in Form von Marginalisierung und Armut zugrunde liegen. Fehlender Zugang zu Nahrung und Gesundheitsversorgung, geringe Beschäftigungsperspektiven in der legalen Wirtschaft, weitverbreitete Korruption und die aktive Anwerbung junger Männer durch Strukturen der organisierten Kriminalität fördern die Beteiligung der ansässigen Gemeinden am organisierten Drogenhandel.

Bisherige Projekte zur Schaffung alternativer Einkommensquellen in der Region waren geprägt von Kurzfristigkeit, mangelnder systematischer Planung und einer starken Fokussierung auf hierarchisch gesteuerte und formalisierte Prozesse. Der BMZ-Ansatz der Alternativen Entwicklung wurde mit großem Interesse aufgenommen, da dieser sich - im Kontrast zu bisherigen Strategien - auf eine langfristige Bekämpfung der Ursachen illegaler Ökonomien konzentriert sowie eine starke Mitbestimmung und ownership durch betroffene Gemeinden vorsieht.

Die Konferenzteilnehmer stimmten darin überein, dass neben der Förderung partizipativer und lokaler Projekte zur Schaffung alternativer Existenzgrundlagen auch der staatlichen Förderung von gegenseitigem legalem Handel eine wichtige Rolle zukomme.

 
 
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