Fachdialog in Berlin: Drogenpolitik und Waldschutz verbinden

Aktuelles

Der illegale Kokaanbau führt in Kolumbien zu massiver Entwaldung. Auf der öffentlichen Abendveranstaltung im Ibero-Amerikanische Institut (IAI) diskutierten Experten über Maßnahmen zur Verringerung der Entwaldung durch Kokaanbau – ein neuer Ansatz der internationalen Zusammenarbeit.

Am Dienstag, dem 19.09.2017 luden die Vorhaben „Globale Partnerschaft für Drogenpolitik und Entwicklung (GPDE)“ und „Wald- und Klimaschutz/REDD+“ im Auftrag des BMZ zu einer Abendveranstaltung in das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) – Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin ein. Mitveranstalter waren neben dem IAI die Drogenbeauftragte der Bundesregierung sowie die thailändische Mae Fah Luang-Stiftung, Partner der GPDE. Die Veranstaltung wurde großzügig unterstützt von der Botschaft des Königreichs Thailand in Berlin.

Das Vorhaben GPDE wird im Auftrag des BMZ und unter politischer Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung umgesetzt. Das Vorhaben REDD+ berät das kolumbianische Umweltministerium (MADS) zur Reduzierung der Entwaldung in Kolumbien.

Der illegale Kokaanbau führt in Kolumbien zu massiver Entwaldung. Dieser kausale Zusammenhang ist kaum bekannt, stand doch jahrelang die Rolle der Drogenökonomie im bewaffneten internen Konflikt im Lande im Vordergrund. Gleichzeitig haben in den letzten Jahren auf internationaler Ebene entwicklungsorientierte Ansätze im Umgang mit der Drogenproblematik gegenüber rein repressiven Maßnahmen stark an Relevanz gewonnen. Das Abschlussdokument der Sondersitzung der VN-Generalversammlung zum Weltdrogenproblem (UNGASS) 2016 enthält erstmals ein eigenständiges Kapitel zu Entwicklungsfragen.

Vor diesem Hintergrund fördern die beiden Vorhaben in Kolumbien gemeinsam Maßnahmen zur Verringerung der Entwaldung und nehmen dabei den Kokaanbau in den Blick – ein neuartiger Ansatz der internationalen Zusammenarbeit und in der internationalen Drogenpolitik. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der Austausch mit Thailand. Dort ist es gelungen, durch so genannte alternative Entwicklungsmaßnahmen den illegalen Schlafmohnanbau nahezu vollständig zu überwinden, wie vom Botschafter des Königreiches Thailand S.E. Dr. Dhiravat Bhumichitr im Rahmen der Veranstaltung dargestellt. Die thailändische Mae Fah Luang-Stiftung führt im Rahmen der GPDE Beratungs- und Trainingsmaßnahmen für kolumbianische Regierungsvertreter in Thailand und vor Ort durch.

 
 
Teilen.
 
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Zu den Datenschutzinformationen.Schließen