"Entwicklung ist wie Liebe - sie braucht Zeit"

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Alternative Entwicklung aus erster Hand erfahren: Regierungsvertreter aus Myanmar nahmen an einer Studienreise im Norden Thailands teil, wo nachhaltige alternative Entwicklungsprojekte den Mohnanbau in der Region verdrängten und Armut eingedämmt werden konnte.

Vom 29. Oktober bis zum 5. November 2017 nahmen 20 Regierungsvertreter aus Myanmar an einem Studienbesuch in den Provinzen Chiang Rai und Nan im Norden Thailands teil. Der Workshop wurde gemeinsam von der Stiftung Mae Fah Luang (MFLF) und GPDE organisiert.

Die Regierung in Myanmar hat ein Projekt zur Umsetzung alternativer Entwicklungsmaßnahmen (AE) im südlichen Shan-Staat (Pinlaung Township) ins Leben gerufen. Im Projektgebiet, das durch Armut und unzureichende Infrastruktur geprägt ist, leben schätzungsweise 26.185 Menschen. Der Mangel an wirtschaftlichen Alternativen veranlasste einige Bauern dazu, Schlafmohn anzubauen.

Myanmars Drogenpolitik zielt neuerdings darauf ab, Armut als Grundursache für den Anbau von Drogenpflanzen zu adressieren. Daher ist die Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung. Die Erschließung alternativer Einkommensquellen erfordert einen umfassenden Ansatz von AE, für den das Nachbarland Thailand aufgrund der erfolgreich durchgeführten Projekte alternativer Entwicklung durch die MFLF ein gutes Anschauungsbeispiel ist.

Die Teilnehmergruppe, bestehend aus zentralen, regionalen und lokalen Regierungsvertretern, besuchte zunächst das Doi Tung Development Project (Chiang Rai), wo nachhaltige alternative Entwicklungsprojekte den Mohnanbau in der Region verdrängten und der Drogenkonsum reduziert werden konnte. Das Einkommensniveau der Einwohner von Doi Tung ist jetzt sogar höher als das Durchschnittseinkommen in der nördlichen Region Thailands.

Die Prinzipien von MFLF bei der Umsetzung von AE-Projekten konnten die Myanmar-Vertreter aus erster Hand erfahren: wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit allen Verwaltungsebenen, Nutzung und Schutz der natürlichen Ressourcen, Schaffung von Vertrauen zu den Gemeinden, Berücksichtigung lokaler Traditionen und die Gewährleistung von Kontinuität.

Außerdem besuchte die Gruppe ein Wiederaufforstungsprojekt in der Provinz Nan, wo sie die Möglichkeit hatte, Waldschutz, Wasser- und Landmanagement sowie wertschöpfende Aktivitäten zu studieren, die ein Zusammenleben von Natur und Mensch garantieren sollen.

Am Ende des einwöchigen Studienaufenthaltes diskutierten die TeilnehmerInnen, wie sie das neu gewonnene Wissen zu AE unter Einbeziehung von Gesundheits-, Umwelt- und Bildungsaspekten in ihre heimischen Projekte transferieren können. Eine Erkenntnis stach dabei unbestreitbar heraus: Entwicklung braucht Zeit, um Ergebnisse zu liefern.

(Zitat: Narong Apichai, Chief Development Execution Officer, (MFLF), 4.11.2017)

Foto: GIZ GPDE
Foto: GIZ GPDE
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