Alternative Entwicklung im Friedensprozess: Myanmar und Kolumbien

Aktuelles

30.05.2018

Im Mai 2018 veranstaltete GPDE einen Erfahrungsaustausch zu Alternativer Entwicklung im Friedensprozess zwischen Myanmar und Kolumbien. Beide Länder befinden sich in einem Prozess der Beendigung jahrzehntelanger interner bewaffneter Konflikte, die eng mit dem illegalen Anbau von Koka und Schlafmohn verflochten sind.

Myanmar und Kolumbien befinden sich derzeit in einem Prozess der Beendigung jahrzehntelanger interner bewaffneter Konflikte. In beiden Ländern sind diese eng mit dem illegalen Anbau von Koka und Schlafmohn verflochten. Zudem konzentrieren sich die Zentren der Bürgerkriege in Myanmar und Kolumbien in ländlichen Regionen.

Vor diesem Hintergrund führte GPDE im Mai 2018 einen Erfahrungsaustausch zu Alternativer Entwicklung (AE) im Friedensprozess durch. Elf Vertreter der myanmarischen Regierung und Repräsentanten zivilgesellschaftlicher Organisationen reisten dazu nach Kolumbien. Die Trainingsmaßnahme fand in Kooperation mit dem GPDE-Umsetzungspartner Transnational Institute (TNI) statt.

Um der Drogenanbauproblematik zu begegnen, ergreift Kolumbien seit vielen Jahren alternative Entwicklungsmaßnahmen. Kolumbien verfolgt dabei einen integrierten Ansatz, der auch auf Wald-, Umwelt und Klimaschutz abzielt. Politische Grundlage ist die Umsetzung des Kapitels 4 des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der ehemaligen FARC-Guerilla. Dazu zählt z.B. die Formalisierung von Landrechten zur Substitution des Drogenanbaus. Ehemalige Kokabauern und -bäuerinnen können zudem eine einjährige Übergangszahlung sowie technische Unterstützung beim Aufbau legaler Lebensgrundlagen erhalten.

Auch im myanmarischen Shan State läuft seit Anfang 2017 ein Pilotprojekt der Regierung zu alternativer Entwicklung. Die Region zählt mit über 50.000 Hektar zu den Hauptanbaugebieten von Schlafmohn in Myanmar. Zu den größten Herausforderungen zählen dort Armut und der Mangel an Gesundheitsvorsorge, Bildung sowie Infrastruktur, wie zum Beispiel Straßennetze und Telekommunikation. Diesen will die myanmarische Regierung mit der Einführung der neuen nationalen Drogenstrategie begegnen.

Die myanmarischen Delegierten konnten nun von den Erfahrungen Kolumbiens profitieren und gewannen Einblicke in die nachhaltigen, entwicklungs- und community-basierten Maßnahmen der kolumbianischen Regierung. Die neuen Erkenntnisse fließen in den seit einigen Jahren laufenden Reformprozess der geltenden drogenpolitischen Gesetzgebung in Myanmar ein. Im laufenden Jahr sind weitere Trainings für Delegierte aus Kolumbien und Myanmar geplant.

 
 
Foto: GIZ GPDE
Foto: GIZ GPDE
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